Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei, meine erste PV-Anlage zu planen, und beschäftige mich intensiv mit Stromspeichern. Dabei bin ich auf ein Problem gestoßen, das ich nicht so richtig verstehe:
Im Handbuch meines geplanten Batteriespeichers werden Lade- und Entladeleistungen angegeben – z.B. 5 kW Entladeleistung bei voller Kapazität. Aber in verschiedenen Erfahrungsberichten lese ich immer wieder, dass die realen Werte deutlich darunter liegen, besonders im Sommer bei Hitze.
Was sind denn die häufigsten Gründe dafür? Spielt die Temperatur wirklich so eine große Rolle? Und sollte ich bei meiner Dimensionierung schon mit Verlusten rechnen oder kann ich mich auf die Herstellerangaben verlassen?
Ich möchte die Anlage ja nicht übergrenzen, aber auch nicht in ein paar Monaten feststellen, dass ich mit falschen Erwartungen geplant habe.
Danke für eure Erfahrungen!
Bei mir ist es so: Meine 8 kWp laufen seit 3 Jahren, und der Speicher gibt wirklich nicht immer das her, was das Handbuch verspricht. Aber dafür halte ich eh zu viel Speicher mit ca. 10 kWh, sodass die Begrenzungen nicht dramatisch ausfallen. Für die Planung würde ich sagen: Nimm den Mittelwert der angegebenen Leistung und vergiss die Maximalwerte. Und lass dein Smart Home später intelligent mit den Grenzen umgehen – laden wenn's kühler ist, entladen wenn's kritisch wird.
Felix, das ist wirklich ein wichtiger Punkt für die Planung. Ich hab bei meinen 12 kWp und dem geplanten Speicher ähnliche Überlegungen angestellt. Aus meiner technischen Erfahrung kann ich dir sagen: Die Hersteller geben da ehrlich die Best-Case-Szenarien an. Im Sommer – und wir sind ja gerade im Juli – sind Speicher in ungekühlten Räumen oder auf dem Dachboden oft über 40°C warm. Da verlierst du echte Leistung. Mein Rat: Frag bei deinem Installatör nach den Derating-Kurven und berechne deine Speichergröße so, dass du auch bei 80% der Nominalleistung noch dein Ziel erreichst. Besser eine etwas größere Batterie, die zuverlässig läuft, als ein zu kleiner Speicher, der sich selbst drosselt.
Das ist eine gute und wichtige Frage. Die Handbücher geben meist Nominalwerte unter idealen Laborbedingungen an – typischerweise bei 25°C und optimaler Zellchemie. In der Realität spielen aber mehrere Faktoren rein: Temperatur ist tatsächlich der größte – bei 40°C kann die Entladeleistung durchaus um 15-20% sinken. Dazu kommen Alterung, interne Widerstände und das Batterie-Management-System, das auch aus Sicherheitsgründen die Leistung begrenzt. Mein Tipp: Rechne mit 80-85% der Herstellerangaben bei deiner Planung. Das ist konservativ, aber realistisch. Welche Speicher-Technologie interessiert dich denn – LiFePO4, NMC?
Ich hab mich mit dem Thema technisch eingehend auseinandergesetzt. Das Problem liegt in der Batteriephysik selbst: Der innere Widerstand einer Zelle nimmt mit sinkender Temperatur zu und mit steigender Entladungstiefe auch. Die Hersteller messen unter Standard-Test-Bedingungen (STC), das ist bei PV-Modulen 25°C und 1000 W/m² – bei Speichern ähnlich. Im Sommer bei dir auf dem Dach oder in einem ungekühlten Keller sieht's ganz anders aus. Hinzu kommt: Das BMS (Battery Management System) drosselt oft prophylaktisch die Leistung, wenn bestimmte Parameter außerhalb des optimalen Bereichs liegen. Schau dir die Derating-Kurven in den technischen Datenblättern an – die sind oft aufschlussreicher als das Handbuch.