Hallo zusammen,
ich betreue mehrere Mehrfamilienhäuser und plane jetzt erstmals eine kombinierte PV- und Speicherlösung mit Mieterstromkonzept. Das Thema ist komplex, weil ich nicht einfach in die Größe gehen kann wie bei einem Einfamilienhaus – die Dachfläche ist begrenzt, aber ich hab mehrere Mieter mit unterschiedlichen Verbrauchsprofilen.
Meine Situation: Ein 6-Familien-Haus mit ca. 40m² nutzbarer Dachfläche (Süd-Ost-Ausrichtung). Der durchschnittliche Haushaltsverbrauch liegt bei ca. 3.500 kWh/Jahr pro Wohnung. Aktuell überlege ich, ob ich mit einer 10-15 kWp-Anlage starten soll oder ob das zu groß für die Fläche ist.
Meine Hauptfragen:
1. Wie viel Speicherkapazität brauche ich realistische bei dieser Konstellation? Macht 15 oder 20 kWh Sinn?
2. Sind die Kosten bei dieser kleineren Dimensionierung wirtschaftlich überhaupt sinnvoll, oder sollte ich eher auf maximal 5-8 kWh setzen?
3. Gibt es bei Mehrfamilienhäusern spezielle Anforderungen bei der Speicherdimensionierung, die anders sind als beim EFH?
Wer hat praktische Erfahrungen mit ähnlichen Objekten gemacht? Mich interessieren vor allem die realen Deckungsquoten und wie die Mieter das System akzeptieren.
Hallo Jörg V.,
bei 40m² würde ich realistisch mit 10-12 kWp rechnen – das ist für die Fläche das Maximum. Mehr geht flächentechnisch einfach nicht ohne Probleme mit Verschattung.
Zur Speicherdimensionierung: Bei einem Mehrfamilienhaus mit unterschiedlichen Verbrauchsprofilen würde ich anders rechnen als beim EFH. Du hast ja die Glättung durch mehrere Haushalte, das ist ein Vorteil. Ich würde ehrlich 8-10 kWh anpeilen, nicht 15-20. Der Grund ist pragmatisch: Bei 21 MWh Jahresverbrauch (6×3,5 MWh) wirst du ohnehin nicht alles selbst verbrauchen können. Ein größerer Speicher amortisiert sich bei dieser Konstellation einfach schwerer.
Rechne mit 40-50% Eigenverbrauchsquote realistisch – je nach Lastprofil eher darunter. Die Akzeptanz bei Mietern ist gut, wenn die Ersparnis sichtbar wird. Das braucht aber transparente Abrechnung.
Wichtig: Prüf die Regelungen für Mieterstrom 2026 nochmal aktuell – da hat sich einiges getan. Meine KNX-Steuerung hilft mir, die Last besser zu verteilen, aber für Mehrfamilien brauchst du eher ne gute Submetering-Lösung.
Viel Erfolg dabei!