Einführung in die Photovoltaik Anlage selber installieren Anleitung
Die Photovoltaik Anlage selber installieren Anleitung ist der erste Schritt für alle, die ihre Stromkosten senken und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun möchten. Es war ein Samstag im April, als Thomas Brenner zum dritten Mal seine Stromrechnung öffnete und sie wieder wortlos auf den Küchentisch legte. 340 Euro für einen einzigen Monat. Sein Nachbar, ein pensionierter Elektriker, hatte im Herbst zuvor acht Module auf sein Garagendach geschraubt und schwärmte seitdem davon, wie sein Zähler kaum noch lief. Thomas beschloss, es selbst in die Hand zu nehmen – und stellte dabei fest, dass zwischen Entschluss und erstem Kilowatt deutlich mehr Wissen liegt, als er erwartet hatte.
Vorbereitung und Planung
Wer eine Photovoltaikanlage selbst installieren möchte, steht zunächst vor einer grundlegenden Entscheidung, die viele unterschätzen: Was darf man überhaupt selbst machen, und was nicht? In Deutschland ist die Montage der Unterkonstruktion und das Aufstellen der Module auf dem Dach in der Regel ohne Elektrofachkraft möglich. Der elektrische Anschluss jedoch – also die Verbindung vom Wechselrichter ins Hausnetz und ins öffentliche Stromnetz – muss in den meisten Bundesländern von einem zugelassenen Elektriker abgenommen werden. Das ist kein bürokratischer Selbstzweck, sondern handfeste Sicherheit: Wer einen Fehler im Niederspannungsnetz verursacht, riskiert im schlimmsten Fall nicht nur seine eigene Anlage, sondern auch die Sicherheit von Nachbarn und Netztechnikern. Mit diesem Wissen im Hinterkopf lässt sich jedoch ein großer Teil der Arbeit tatsächlich eigenständig stemmen – mit erheblichen Kostenersparnissen.
Bevor auch nur eine Schraube gedreht wird, steht die Planung. Und die beginnt auf dem Dach selbst, nicht am Schreibtisch. Die Ausrichtung des Daches bestimmt maßgeblich den Ertrag der Anlage: Ein nach Süden ausgerichtetes Dach mit einer Neigung zwischen 30 und 35 Grad gilt als optimal, aber auch Ost-West-Ausrichtungen haben ihren Reiz, weil sie die Produktion gleichmäßiger über den Tag verteilen. Wer kein geeignetes Schrägdach besitzt, kann auch auf Flachdächern mit Aufständerungssystemen arbeiten. Dann folgt die Frage nach der Statik: Trägt das Dach das zusätzliche Gewicht? Ein durchschnittliches Solarmodul wiegt je nach Modell zwischen 18 und 22 Kilogramm, dazu kommt das Gewicht der Unterkonstruktion. Bei älteren Gebäuden lohnt sich hier definitiv ein Blick durch einen Fachmann. Außerdem muss der Netzanschluss beim örtlichen Netzbetreiber angemeldet werden, bevor die Anlage in Betrieb geht – nicht danach. Diesen Schritt vergessen erschreckend viele Heimwerker, was später zu rechtlichen Problemen führen kann.
In diesem Zusammenhang lohnt sich auch ein Blick auf diesen Artikel zum Thema: energielösungen für einfamilienhäuser mit photovoltaik.
Montage der Photovoltaikanlage
Hat man alle Genehmigungen und die Planung abgeschlossen, beginnt die eigentliche Montage. Zunächst werden die Dachhaken gesetzt – das sind die metallischen Verbindungselemente, die direkt auf den Dachsparren verschraubt werden und die gesamte Konstruktion tragen. Hierfür müssen Dachziegel angehoben oder temporär entfernt werden, was Vorsicht und Erfahrung im Umgang mit dem Dach erfordert. Die Dachhaken werden mit langen Edelstahlschrauben in die Sparren getrieben, und an dieser Stelle lohnt es sich, nicht zu sparen: Billige Haken aus minderwertigem Stahl können korrodieren und langfristig die gesamte Konstruktion gefährden. Auf die Dachhaken werden dann die Aluminiumprofile – die sogenannten Schienen – montiert, die das eigentliche Traggerüst für die Module bilden. Diese Profile werden in der Regel horizontal auf zwei Ebenen gesetzt, sodass jedes Modul oben und unten gehalten wird. Die Abstände zwischen den Dachhaken richten sich nach der Modulgröße und den statischen Anforderungen – diese Angaben liefert der Hersteller der Unterkonstruktion. Schließlich werden die Module mit speziellen Klemmen in die Schienen eingerastet. Dabei unterscheidet man zwischen Endklemmen an den Außenkanten und Mittelklemmen zwischen den Modulen. Gute Klemmen erlauben eine präzise Ausrichtung und justieren sich selbst nach kleinen Unebenheiten im Dach.
Der nächste Schritt ist der DC-seitige Anschluss, also die Verkabelung der Module untereinander und mit dem Wechselrichter. Solarmodule werden mit speziellen MC4-Steckverbindern verbunden, die eine Verpolung durch ihre unterschiedliche Form nahezu ausschließen. Die Module können in Reihe geschaltet werden – was man als „String” bezeichnet –, wodurch sich die Spannung addiert, oder parallel, wodurch sich die Stromstärke erhöht. Welche Verschaltung sinnvoll ist, hängt vom gewählten Wechselrichter ab. Moderne String-Wechselrichter arbeiten mit Eingangsspannungen zwischen 200 und 800 Volt Gleichspannung, während Mikrowechselrichter, die direkt an jedem Modul montiert werden, bereits 230-Volt-Wechselstrom liefern. Bei der Verkabelung auf dem Dach ist auf ausreichende Kabelquerschnitte zu achten – in der Regel 4 oder 6 Quadratmillimeter für die DC-Leitungen – und alle Kabel müssen UV-beständig und für den Außeneinsatz geeignet sein. Ein schlechtes Kabel, das unter Sonneneinstrahlung porös wird, ist eine der häufigsten Fehlerquellen bei schlecht geplanten Heiminstallationen. Den Wechselrichter selbst montiert man idealerweise im Keller oder in einem schattigen, belüfteten Raum, da hohe Temperaturen seinen Wirkungsgrad spürbar reduzieren.
Passend dazu haben wir einen weiteren Beitrag zum Thema: Einsteiger.
Wenn der Wechselrichter steht und die DC-Seite verkabelt ist, beginnt der Teil, bei dem die meisten Heimwerker klug daran tun, innezuhalten und den Elektriker zu rufen. Die AC-seitige Einspeisung ins Hausnetz, der Einbau eines Einspeisezählers und die Absicherung im Verteilerkasten sind nicht nur technisch anspruchsvoll, sondern unterliegen klaren normativen Anforderungen. Dennoch kann man in diesem Moment bereits stolz auf das Geleistete sein: Das Gerüst steht, die Module sind montiert, die DC-Verkabelung ist fertig. Thomas Brenner stand an einem Freitagnachmittag auf seiner Leiter und sah hinunter auf acht blau schimmernde Module, die gleichmäßig und sauber auf dem Garagendach saßen. Zwei Tage Arbeit, verteilt auf drei Wochenenden. Der Elektriker kam am darauffolgenden Dienstag, prüfte den Anschluss, nahm die Anlage ab, und gegen Mittag lief der Stromzähler zum ersten Mal rückwärts. Die nächste Rechnung im Mai war 190 Euro niedriger als im April – und Thomas öffnete sie dieses Mal mit einem Lächeln.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel kostet die Installation einer Photovoltaikanlage?
Die Kosten für die Installation einer Photovoltaikanlage variieren je nach Größe und Ausstattung. Im Durchschnitt können Sie mit 1.000 bis 1.500 Euro pro kW rechnen.
Kann ich eine Photovoltaikanlage selbst installieren?
Ja, die Montage der Unterkonstruktion und der Module kann in der Regel selbst durchgeführt werden. Der elektrische Anschluss muss jedoch von einem Fachmann abgenommen werden.
Wie lange dauert die Installation einer Photovoltaikanlage?
Die Installation kann je nach Größe der Anlage und Erfahrung des Installateurs zwischen einem Tag und mehreren Wochen dauern.
Welche Genehmigungen benötige ich für die Installation?
In den meisten Fällen benötigen Sie eine Genehmigung für den Netzanschluss und eventuell eine Baugenehmigung, abhängig von den lokalen Vorschriften.
Wie viel Strom kann ich mit einer Photovoltaikanlage erzeugen?
Die Stromerzeugung hängt von der Größe der Anlage und der Ausrichtung des Daches ab. Im Durchschnitt können 1 kW etwa 900 bis 1.200 kWh pro Jahr erzeugen.
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