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Welche Modulanzahl und -leistung für 10kWh Speicher sinnvoll?

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Stefan89
Beiträge: 5
Themenstarter
(@stefan89)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#127]

Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei, meine PV-Anlage für unser Eigenheim zu planen und hänge bei einer grundlegenden Frage fest. Ich möchte einen Stromspeicher mit ca. 10 kWh integrieren und frage mich, wie ich die Anzahl und Gesamtleistung der Module sinnvoll darauf abstimme. Ist es besser, lieber mehr Module zu verbauen damit der Speicher auch bei wechselhaftem Wetter zuverlässig geladen wird, oder überdimensioniere ich dann den Generator und der Wechselrichter wird zum Flaschenhals?

Mein Dach geht grob nach Süd-Südwest, Neigung schätze ich auf etwa 30 Grad. Nutzbare Fläche ist noch nicht exakt vermessen, aber ich gehe von ca. 50-60 qm aus. Mein täglicher Verbrauch liegt bei etwa 12-15 kWh, wir haben kein E-Auto aber eine Wärmepumpe kommt eventuell noch.

Ich arbeite im IT-Bereich und verstehe Technik grundsätzlich gut, aber PV-spezifische Auslegung ist halt doch eine eigene Welt. In diversen Rechnern online komme ich auf sehr unterschiedliche Ergebnisse, je nachdem welche Parameter ich eingebe.

Speziell interessiert mich:
- Wie viel kWp Generator für 10 kWh Speicher ist eine gute Faustformel?
- Macht es Sinn im Sommer bewusst zu überproduzieren auf Kosten von Einspeisung?
- Wie plant ihr das Verhältnis Generator zu Speicher?

Freue mich auf eure Erfahrungen!


5 Antworten
T.Bergmann
Beiträge: 4
(@t-bergmann)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich fahr seit drei Jahren eine Inselanlage und muss kurz Wasser in den Wein schütten: Die Faustformeln die hier genannt werden gelten für netzgekoppelte Systeme, bei denen du Rückhalt vom Netz hast wenn der Speicher leer ist. Das ist für dich ja auch der Fall, also passt das soweit.

Aber zum Thema Glasarten und Modulqualität - da hab ich zuletzt im Thread über Modulglas einiges geschrieben - das beeinflusst gerade bei wechselhaftem Wetter und Diffuslicht tatsächlich wie gut du den Speicher befüllst. Nicht nur die kWp-Zahl entscheidet.

Bei meiner Off-Grid Situation hab ich gelernt: lieber 20% mehr Generator als zu knapp kalkulieren. Den Mehrertrag verschenkst du im schlimmsten Fall, aber du stehst nie mit leerem Speicher da.


Antwort
TomSchmidt38
Beiträge: 4
(@tomschmidt38)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Aus Ingenieurssicht kurz zur Frage Wechselrichter als Flaschenhals: Das Clipping das bei Überdimensionierung des Generators passiert ist tatsächlich weniger dramatisch als es klingt. Die hohe Einstrahlungsleistung die geclippt wird tritt nur an wenigen Stunden im Jahr auf, der Jahresenergieverlust dadurch ist oft unter 2-3%. Dafür gewinnst du deutlich an Ertrag bei Schwachlicht.

Für dein Smart Home Energiemanagement - falls das noch kommt - ist es übrigens entscheidend welche API oder welches Protokoll dein Hybridwechselrichter spricht. Das hab ich bei mir unterschätzt, wie ich damals im Thread über Energiefluss-Messung beschrieben hab. Manche Systeme sind da sehr offen, andere proprietär und dann wirds mühsam. Bei der Modulanzahl: 10-12 kWp für 10 kWh Speicher ist gut, plan direkt Leerrohr für eventuelle Erweiterung ein.


Antwort
MichaelK42
Beiträge: 10
(@michaelk42)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Hi Stefan89,

grobe Faustformel aus meiner Erfahrung: Pro kWh Speicherkapazität etwa 0,8 bis 1,2 kWp Generator ist ein sinnvoller Anhaltspunkt für mitteleuropäische Verhältnisse. Bei 10 kWh Speicher wärst du also mit 8-12 kWp gut bedient, je nach Dachausrichtung und wie schnell du den Speicher geladen haben willst.

Bei Süd-Südwest mit 30 Grad Neigung würde ich eher zur oberen Grenze tendieren. Du verlierst gegenüber reiner Südausrichtung vielleicht 5-10% Jahresertrag, das lässt sich durch etwas mehr Module gut kompensieren.

Zur Frage Überdimensionierung und Wechselrichter: Das hängt stark vom Wechselrichtertyp ab. Viele Hybridwechselrichter erlauben ein DC-Oversizing von bis zu 150% der Wechselrichterleistung. Das heißt, du kannst z.B. 12 kWp Module an einen 8 kW Wechselrichter hängen. Der Wirkungsgrad leidet nur bei sehr hoher Einstrahlung kurzzeitig, unterm Jahr ist das aber meistens vorteilhaft weil du Schwachlichtphasen besser abdeckst.

Wichtig bei der Kabelauslegung: Achte auf die Querschnitte der DC-Leitungen schon bei der Planung, das wird gerne unterschätzt wenn man nachträglich Module hinzufügt.


Antwort
Stefan_1981
Beiträge: 4
(@stefan_1981)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich plane gerade ähnliches und hab mich auch durch diverse Rechner gekämpft. Die Unterschiede kommen oft daher, dass manche Tools nur den Sommerertrag nehmen und andere das komplette Jahr durchrechnen - das macht einen riesigen Unterschied.

Was ich bei meiner Recherche gelernt habe: Für die Amortisationsrechnung ist nicht nur die Speichergröße entscheidend, sondern wann du deinen Strom hauptsächlich verbrauchst. Mit Wärmepumpe (auch wenn nur geplant) verschiebt sich das nochmal deutlich in Richtung mehr Eigenverbrauch morgens und abends, was den Speicher wirklich sinnvoll macht.

Wenn die Wärmepumpe kommt, würde ich den Speicher von vornherein größer einplanen oder zumindest einen der erweiterbar ist. 10 kWh klingt komfortabel, aber mit WP im Winter ist das schnell aufgebraucht. Bei den aktuellen Strompreisen rechnen sich größere Systeme deutlich schneller als noch vor 5 Jahren.


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