Hi zusammen,
ich hab seit ein paar Monaten eine 8,5 kWp Anlage am Laufen und überlege gerade, wie ich meine Beleuchtung cleverer machen kann. Aktuell schalten sich unsere LED-Spots im Garten und auf der Terrasse über simple Zeitschalter ein - meist um 21:00 Uhr, wenn es dunkel wird.
Jetzt hab ich mir gedacht: gerade im Sommer produziert die PV-Anlage ja tagsüber richtig viel Überschuss. Wäre es nicht schlauer, wenn ich die Beleuchtung schon früher anschalte, solange noch eigener Solarstrom da ist? Quasi als "Verbrauchsoptimierung" statt den ganzen Strom ins Netz zu drücken.
Meine Überlegung: Tageslicht-Sensoren installieren, die ab einer bestimmten Helligkeit (z.B. bei beginnender Dämmerung) die LEDs anschalten - aber nur wenn gerade PV-Überschuss vorhanden ist. Wenn der Überschuss weg ist oder es komplett dunkel wird, dann normaler Netzbetrieb.
Hat jemand sowas schon mal umgesetzt? Welche Sensoren sind zuverlässig und wie kriegt man die Kopplung mit dem PV-System hin? Ich hab nen SMA Sunny Boy Wechselrichter, falls das relevant ist.
Bin dankbar für alle Erfahrungen und Tipps!
Viele Grüße
Bernd
Ich nutze Shelly Plus 1PM Schalter mit Leistungsmessung für meine Außenbeleuchtung. Die können direkt mit dem SMA Wechselrichter über Modbus kommunizieren - geht ohne zusätzliche Zentrale.
Mit den eingebauten Szenen kannst du einstellen: "Schalte ein wenn Überschuss > X Watt UND Uhrzeit nach 19:00". Kostet pro Schaltpunkt nur 20€ und ist in 10 Minuten installiert.
Bei mir läuft das seit Juni super - gerade jetzt in der hellen Jahreszeit wird die Beleuchtung oft schon um halb acht aktiviert, wenn noch ordentlich Sonne da ist.
Grundsätzlich eine gute Idee zur Eigenverbrauchsoptimierung. Technisch würde ich wie TechLuca einen Home Assistant mit Zigbee-Sensoren empfehlen - das ist mittlerweile sehr ausgereift.
Wichtiger Hinweis zur Planung: Berücksichtigen Sie bei der Programmierung auch die Urlaubszeit. Wenn niemand zu Hause ist, macht frühe Beleuchtung wenig Sinn. Ich habe bei meinen Installationen immer eine "Anwesenheitserkennung" mit eingeplant.
Zur Wirtschaftlichkeit: Bei aktuellen LED-Preisen amortisiert sich die Investition in die Sensorik meist erst nach 4-5 Jahren. Als technisches Hobby aber definitiv lohnenswert, und Sie sammeln wertvolle Erfahrungen für weitere Smart Home Projekte.
Bernd, das ist eine sehr durchdachte Überlegung! In meinem Überschuss-Thread hatten wir das Thema auch mal angeschnitten.
Ich würde aber vorsichtig sein mit zu frühem Einschalten der Beleuchtung. LED-Lampen verbrauchen zwar wenig, aber wenn Sie 3-4 Stunden länger laufen, summiert sich das auch. Rechnen Sie mal durch: Wenn Ihre Gartenbeleuchtung 200W hat und täglich 2 Stunden früher angeht, sind das über den Sommer etwa 120 kWh mehr Verbrauch.
Bei der aktuellen Einspeisevergütung von knapp 8 Cent/kWh entgehen Ihnen also nur 10 Euro. Ob sich der Aufwand lohnt? Aber als Bastelprojekt sicher interessant. Wichtig ist eine stabile Regelung, damit die Lampen nicht dauernd an- und ausgehen.
Hey Bernd,
gute Idee! Hab sowas ähnliches letztes Jahr umgesetzt. Bei SMA kannst du über das Sunny Portal API die aktuellen Verbrauchsdaten abfragen. Ich nutze einen Raspberry Pi mit Home Assistant, der alle 30 Sekunden checkt, ob Überschuss da ist.
Für die Helligkeitssensoren kann ich die Xiaomi Aqara empfehlen - kosten nur 15€ das Stück und sind echt zuverlässig. Die melden per Zigbee an die Zentrale.
Meine Logik: Wenn Helligkeit unter 200 Lux UND PV-Überschuss > 500W, dann Gartenbeleuchtung an. Funktioniert super, hab dadurch im Mai 280 kWh mehr Eigenverbrauch geschafft als im Vorjahr.
Einziger Haken: An bewölkten Tagen flackert das System manchmal, wenn die PV-Leistung schwankt. Hab deshalb ne Mindest-Einschaltdauer von 20 Minuten programmiert.