Hallo zusammen,
ich plane gerade ein Balkonkraftwerk und möchte die Wirtschaftlichkeit differenziert durchrechnen. Im Netz lese ich überall, dass sich 400-600W innerhalb von 5-8 Jahren amortisieren – aber das scheint mir zu pauschal zu sein.
Meine Frage: Welche Kenngrößen nutzt ihr für eine realistische WR-Auswahl beim Balkonkraftwerk? Ich habe mehrere Simulationstools durchprobiert (PVsyst, Solargis, lokale Datenbanken), und die Ergebnisse weichen teilweise um 15-20% voneinander ab – je nachdem, welche historischen Wetterdaten zugrunde liegen.
Konkret interessiert mich:
- Lohnt sich ein teurer WR mit 97% Wirkungsgrad gegenüber einem mit 95%? (Differenz ~15€ mehr)
- Wie rechnet ihr die Lebensdauer ein – 10 oder eher 15 Jahre?
- Nutzt ihr Monitoring/Tracking für die Kostenrechnung oder nur Bruttosimulation?
Bin für realistische Zahlen und keine Marketing-Versprechungen dankbar.
Das ist genau die richtige Frage, TechMike. Ich habe das in deinem anderen Thread zu Trackern auch schon gesagt – es wird viel zu viel mit Idealwerten gerechnet.
Zur Realität: Die 2% Wirkungsgradunterschied sind im Jahresverlauf für ein Balkonkraftwerk völlig irrelevant, wenn wir ehrlich sind. Bei 500W Nominalleistung und realistischen 900-1000 kWh/Jahr (nicht 1200, die versprechen die meisten Tools) sparen dir die 2% maximal 15-20 kWh. Das sind 5-6€ pro Jahr. Für 15€ Mehrkosten amortisiert sich das erst nach 2-3 Jahren – und dann ist die Elektronik schon älter.
Wichtig: Schau dir die Betriebsbedingungen an, nicht die Labor-Wirkungsgrade. Wie warm wird der WR bei dir im Sommer? Auf dem Balkon im direkten Licht kann die Elektronik 50-55°C erreichen – dann sinkt der Wirkungsgrad oft um 1-2 Prozentpunkte. Das hebt die theoretische Überlegenheit wieder auf.
Für die Lebensdauer rechne ich persönlich mit 12-13 Jahren. Danach sind die Elkos oft am Ende.