Hallo zusammen,
ich plane derzeit eine PV-Anlage für mein Einfamilienhaus und möchte die Amortisationszeit ehrlich durchrechnen – ohne die üblichen Marketingversprechen der Branche. Viele Kalkulationstools im Netz versprechen 8-10 Jahre, aber ich habe Zweifel, ob das realistisch ist.
Meine Situation: Süddach, ca. 35° Neigung, geplant sind etwa 10 kWp mit Stromspeicher (10 kWh). Eigenverbrauchsquote liegt aktuell bei ca. 65-70%. Stromkosten sind hier bei knapp 38 ct/kWh, Einspeisevergütung für Oktober 2026 dürfte bei ca. 8-9 ct/kWh liegen – wenn ich die Trends richtig lese.
Was ich wissen möchte:
- Welche Faktoren unterschätzen die meisten bei der Amortisationsberechnung?
- Wie kalkuliert ihr realistische Degradation der Module ein?
- Sollte ich Wartungs- und Reinigungskosten mit 150-200€/Jahr anrechnen oder ist das übertrieben?
- Macht ein Stromspeicher die Rechnung schneller amortisiert, oder ist das eher eine Komfortsache?
Ich bin dankbar für ehrliche Antworten, auch wenn sie pessimistischer ausfallen als die Standard-Tools.
Hey R.Weissmann,
schön, dass du da kritisch rangehst! Bei meiner Planung bin ich auch auf die gleichen Fragen gestoßen. Ein Punkt, den viele ignorieren: Der Speicher selbst hat eine andere Amortisationszeit als die Module. Lithium-Batterien kosten noch immer ordentlich und degradieren auch – da würde ich eher mit 12-15 Jahren für den Speicher rechnen, die Module natürlich länger.
Bei der intelligenten Steuerung (da hab ich mich ja auch schon reingekniffen) merkst du schnell: Je besser du deinen Eigenverbrauch timen kannst – Waschmaschine mittags, E-Auto laden wenn die Sonne scheint – desto schneller läufts sich rein. Aber das kostet auch wieder Automatisierung.
150-200€/Jahr für Wartung ist nicht übertrieben, eher konservativ. Reinigung vor allem im Frühjahr hilft.