Guten Tag zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiv mit der Wirtschaftlichkeit meiner geplanten PV-Anlage und habe mehrere Handbücher verschiedener Hersteller studiert. Dabei bin ich auf ein wiederkehrendes Problem gestoßen: Die angegebenen Nennleistungen und Wirkungsgrade entsprechen in der Praxis – gerade im August – deutlich nicht den realen Messwerten.
Ich verstehe natürlich, dass Laborbedingungen idealisiert sind. Aber mich interessiert konkret: Nach welchen Standards werden diese Handbuch-Angaben ermittelt? Temperaturkoeffizient, spektrale Verteilung – das sind Faktoren, die im Sommer besonders relevant sein dürften, oder?
Für meine Amortisationsrechnung ist es entscheidend, ob ich mit 80% oder 90% der Handbuch-Leistung rechnen soll. Habt ihr Erfahrungswerte, mit welchen realistischen Faktoren man bei Sommertemperaturen von 40-45°C modul-seitig kalkulieren sollte? Gibt es da Unterschiede zwischen monokristallinen und dünnschicht-Modulen?
Danke für sachliche Hinweise!
Hallo Werner,
da sprichst du einen wichtigen Punkt an. Die Handbuch-Angaben basieren auf Standard-Testbedingungen (STC): 25°C Modultemperatur, 1000 W/m² Einstrahlung. Im realen Betrieb, besonders im Sommer, wird deine Anlage aber weit heißer – und genau da verliert sie Leistung.
Monokristalline Module haben typischerweise einen Temperaturkoeffizient von etwa -0,4% pro °C Temperaturanstieg. Wenn dein Modul statt 25°C dann 50°C warm ist, sind das -10% Leistung. Bei 45°C um die 8%.
Für die Amortisationsrechnung würde ich konservativ mit 85-90% der Nennleistung im Sommer rechnen, abhängig von deiner Region und Dachausrichtung. Dünnschicht-Module reagieren oft etwas weniger temperaturempfindlich, das stimmt.
Ich empfehle dir, in den technischen Datenblättern (nicht nur dem Handbuch!) explizit nach dem Temperaturkoeffizient zu suchen. Damit kannst du deutlich realistischere Prognosen machen als mit pauschalen Prozentsätzen.