Moin zusammen, ich bin nach längerer Zeit wieder aktiv im Forum und befasse mich nun mit Mini-Solaranlagen für meinen Balkon. Bei meinen Recherchen bin ich mehrfach auf das Thema Degradation gestoßen – also der kontinuierliche Leistungsverlust von Modulen über die Jahre.
Ich lese überall unterschiedliche Zahlen: Die einen sagen 0,5% pro Jahr, andere sprechen von 0,8% oder sogar 1% im ersten Jahr und dann weniger. Besonders interessiert mich, ob moderne Module (sagen wir ab 2023) besser sind als ältere Generationen.
Wie schnell verlieren die Module wirklich an Leistung? Und noch wichtiger: Wie sollte ich das bei meinen Wirtschaftlichkeitsberechnungen für die Balkonanlage einplanen? Wenn ich mit 25 Jahren Lebensdauer rechne und dabei unrealistisch optimistisch bin, kann mir das ja einen erheblichen Strich durch die Kostenersparnis machen.
Hat jemand von euch konkrete Langzeiterfahrungen oder kann mir die Hersteller-Datenblätter erklären? Danke!
Gute Frage, ThomasK. Das ist genau der Punkt, bei dem viele zu optimistisch rechnen.
Realistische Zahlen: Bei hochwertigen modernen Modulen liegt die initiale Degradation (erstes Jahr) bei etwa 2–3%, danach stabilisiert sich der Prozess auf etwa 0,5–0,6% pro Jahr. Das ist bei den Herstellerangaben aber oft beschönigt – dort werden häufig nur 0,8% insgesamt in den ersten 25 Jahren kalkuliert, was der Realität nicht entspricht.
Für deine Balkonanlage bedeutet das: Nach 10 Jahren hast du realistisch noch etwa 94–95% der Nennleistung, nach 20 Jahren nur noch 88–90%. Das schlägt bei der ROI-Berechnung deutlicher durch, als viele denken.
Was ich kritisch sehe: Viele Rechner im Netz gehen von konstanter Leistung aus und blenden die Degradation einfach aus. Das verfälscht die Stromkostenersparnis erheblich nach unten – besonders bei längerfristigen Szenarien. Mein Tipp: Kalkuliere mit mindestens 0,6% pro Jahr und schau dir dann deine Amortisationszeit neu an. Oft ist sie deutlich länger als versprochen.