Hallo zusammen,
ich stehe gerade vor der Entscheidung und möchte das rechnerisch sauber durchdenken. Meine Situation: Mietwohnung im 3. OG, nach Süden/Westen ausgerichtet, Balkon ca. 4 m². Ich bin berufstätig und habe begrenzte Zeit für Projekte, aber technisch versiert – Smart Meter steht bereits hier.
Meine Frage: Wie unterscheiden sich die beiden Szenarien wirklich in der Wirtschaftlichkeit? Bei einem Balkonkraftwerk (600 W, ca. 500–800 €) habe ich niedrige Einstiegskosten und Flexibilität, aber die Einspeisevergütung ist weg. Bei einer Dachanlage würde ich das über die Hausverwaltung koordinieren müssen – komplett unklar, ob das überhaupt möglich ist.
Das Smart Meter zeigt mir ja genau, wo mein Eigenverbrauch liegt. Kann ich damit die Break-Even-Berechnung für beide Varianten deutlich präziser machen? Welche Parameter muss ich berücksichtigen – nicht nur Peak-Watt, sondern auch Modulverschleiß, Wechselrichter-Wirkungsgrad, saisonale Schwankungen im Herbst/Winter?
Mich interessieren auch die technischen Details: Unterschiedliche String-Konfigurationen bei beiden Systemen? Unterscheidungen bei der Verkabelung?
Danke für sachliche Input!
Hallo Olga M.,
gute Überlegung mit dem Smart Meter – damit hast du tatsächlich einen Vorteil für präzisere Kalkulationen. Bei deiner Mietwohnung würde ich ehrlich sagen: Das Balkonkraftwerk ist die deutlich pragmatischere Lösung. Die fehlende Einspeisevergütung fällt bei deinem Eigenverbrauchsprofil weniger ins Gewicht, als man denkt.
Zur Dachanlage: Vergiss das über die Hausverwaltung – das wird dir Kopfschmerzen bereiten und dauert ewig. Auch rechtlich ist das für Mieter kompliziert.
Bei den technischen Details: Für Balkongeräte brauchst du dir über String-Konfigurationen keine Gedanken machen, das ist komplett vorkonfiguriert. Rechne mit etwa 80-85% Wirkungsgrad beim Wechselrichter ein und berücksichtige realistische 4-5% Verschleiß über 20 Jahre.
Deine 600 Watt amortisieren sich bei deinen Verbrauchsmustern wahrscheinlich in 5-7 Jahren. Danach läufts einfach.
Mein Tipp: Kaufen und anschließen. Die Flexibilität ist bei Mietern Gold wert.
Viel Erfolg dabei!