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Flachdach-Montage Ost-West vs. Süd: Welche Rendite im echten Betrieb?

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T.Bergmann78
Beiträge: 5
Themenstarter
(@t-bergmann78)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#190]

Hallo zusammen,

ich plane gerade eine größere PV-Anlage auf unserem Flachdach (ca. 10 kWp) und stoße überall auf die gleiche Empfehlung: Süd ist optimal. Das ist mir zu einfach.

Meine Überlegung: Mit Ost-West-Ausrichtung hätte ich morgens und abends etwas mehr Ertrag, die Mittagsspitzen wären flacher. Das könnte für die Netzstabilität besser sein und eventuell weniger Einspeisevergütungsausfälle durch Abregelung bringen – zumindest theoretisch.

Aber wie sieht es in der Praxis aus? Ich habe gelesen, dass Ost-West im Jahresertrag etwa 10-15% weniger bringt als Südausrichtung. Die Frage ist: Kann man das durch bessere Montagesysteme oder Winkel kompensieren? Oder ist die reine Südausrichtung unschlagbar?

Mich interessiert konkret:
- Aktuelle Einspeisevergütung (August 2024) – wie relevant ist Abregelung wirklich?
- Unterschied in den Investitionskosten für die Montagesysteme
- Hat jemand echte Messdaten von beiden Varianten?

Ich bin skeptisch gegenüber den Standard-Empfehlungen, weil die oft nicht die realen Netzgegebenheiten abbilden.


2 Antworten
SolarCheck42
Beiträge: 6
(@solarcheck42)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Thomas, ich habe da tatsächlich systematische Vergleiche gemacht für einen Artikel über Mini-Solaranlagen. Bei größeren Systemen zeigt sich: Ost-West-Anlagen bringen im Schnitt 88-92% des Südertrags, nicht 85-90% wie oft behauptet.

Die Montagekosten sind praktisch identisch. Der echte Unterschied liegt in der Netzintegration: Bei Ost-West sinkt deine Spitzenlast um etwa 20-25%, was lokal die Netzstabilität verbessert. Aber – und das ist wichtig – die Einspeisevergütung ist aktuell so niedrig (ca. 8-9 ct/kWh bei dir im August), dass Abregelung kaum noch relevant ist. Das war anders bei 10+ ct/kWh.

Mein Fazit: Süd für maximale Rendite, Ost-West nur, wenn du andere Gründe hast (Flächenoptimierung, lokale Netzlasten). Rechne beide Szenarien mit deinen realen Zahlen durch.


Antwort
Helmut K.
Beiträge: 3
(@balkonsolar67)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Hallo Thomas,

da sprichst du einen guten Punkt an. Ich habe das mit meinem Balkonkraftwerk auf dem Südbalkon durchaus beobachtet – im Hochsommer fahren die Wechselrichter regelmäßig runter, weil die Einstrahlung zu heftig ist. Bei mir haben sich die 600W durch die südliche Ausrichtung schnell amortisiert, aber du hast recht: Ost-West könnte die Lastspitzen glätten.

Bei mir spielen aber auch die Verschattungen eine große Rolle (siehe mein früherer Thread zu den Hitze-Problemen beim WR). Ich würde dir empfehlen, erst eine echte Verschattungsanalyse für dein Dach zu machen – die entscheidet oft mehr als die grobe Himmelsrichtung.

Zum Punkt Einspeisevergütung: Das ist sicher intelligent überlegt. Aber 10-15% Ertragsverlust sind wirtschaftlich heftig, wenn die Vergütung konstant bleibt. Hast du die aktuellen Sätze für deine Anlagengröße gecheckt?

Gruß Helmut


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