Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade wieder intensiver mit PV und bin dabei auf die Kombination Wärmepumpe + Photovoltaik gestoßen. Überall wird das als die perfekte Lösung angepriesen, aber ich bin skeptisch, ob das wirklich wirtschaftlich sinnvoll ist.
Mich interessiert vor allem: Wie rechnet man das korrekt durch? Es gibt ja verschiedene Szenarien - mit Speicher, ohne Speicher, mit Smart-Home-Steuerung oder einfach nur klassisch. Und die Wärmepumpe verbraucht ja gerade im Winter Strom, wenn die PV kaum etwas produziert. Da frage ich mich, ob nicht ein großer Teil des Wärmepumpen-Stroms einfach aus dem Netz kommt und damit die ganze Rechnung zusammenbricht.
Außerdem: Wie wirken sich die aktuellen Strompreise aus? Im Sommer sieht es anders aus als im Winter. Und welche versteckten Kosten kommen noch hinzu - Wartung, ggf. neue Heizungsanlage komplett?
Kennt jemand konkrete Zahlenbeispiele oder hat das selber durchgerechnet? Ich möchte da nicht auf Marketingversprechen reinfallen.
Gute Frage, Stefan. Also ehrlich gesagt: Die Kombination rechnet sich, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen und der Teufel steckt wirklich im Detail.
Bei mir läuft die Anlage jetzt 7 Jahre und ich kann dir sagen, dass Wärmepumpe + PV vor allem dann sinnvoll ist, wenn du einen Speicher hast oder eine intelligente Steuerung. Sonst genau wie du sagst - im Winter lädt deine WP hauptsächlich vom Netz. Das Ding ist aber: Selbst wenn die WP 70-80% des Winters vom Netz lädt, sparst du in den Übergangsphasen (März-Mai, September-November) ordentlich. Und im Sommer läufst du quasi kostenlos.
Die echte Rechnung ist: Zusatzkosten WP + PV-Anlage gegen eingesparte Heizkosten + Stromkosten. Wenn dein Heizöl oder Gas teuer wird, wird's interessanter. Bei aktuellen Preisen braucht man realistische 12-15 Jahre für die Amortisation, nicht 10 wie oft versprochen.
Mein Tipp: Lass dir von einem Energieberater eine echte Simulationen für dein Haus machen. Mit echten Verbrauchswerten ist das deutlich zuverlässiger als pauschale Aussagen.