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Dynamische Stromtarife + Mieterstrom: Technisch sinnvoll kombinierbar?

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SolarTech_89
Beiträge: 6
Themenstarter
(@solartech_89)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#21]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade mit der Frage, ob man dynamische Stromtarife (wie Tibber, aWATTar) sinnvoll mit einer Mieterstromanlage kombinieren kann – aus technischer Perspektive.

Das Szenario: Ein MFH mit PV-Anlage versorgt Mieter mit Mieterstrom. Parallel bietet der Betreiber den Mietern an, über einen dynamischen Tarif in Echtzeit zu reagieren und z.B. Wärmepumpen, Ladestationen oder Speicher zu nutzen.

Meine Fragen:
- Wie passt das regulatorisch zusammen? Mieterstrom hat feste Vergütungsmodelle, dynamische Tarife sind variabel.
- Braucht man für Mieterstrom + dynamischen Tarif separate Smart Meter oder reicht eine Messkaskade?
- Lohnt sich der administrative Overhead im Sommer (August, September) überhaupt, wenn die PV-Einspeisung konstant hoch ist und kaum Preisoptimierungsspielraum bleibt?

Ich teste gerade verschiedene Szenarien mit meinem Balkonkraftwerk und frage mich, ob dieses Modell für eine 8–12-Familien-Anlage wirtschaftlich tragbar ist oder eher ein Nice-to-Have für Neubau-Projekte.

Freue mich über eure Erfahrungen oder kritische Perspektiven!


2 Antworten
Markus H.
Beiträge: 2
(@markus-hoffmann)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Das ist eine interessante Frage, aber ich muss ehrlich sagen: Im Sommer (wo du gerade testest) sehe ich da wenig wirtschaftlichen Mehrwert. Bei hoher PV-Erzeugung ist der Strom eh billig, und die Mieter haben kaum Anreiz, den Verbrauch zu verschieben – Klimaanlage läuft, Warmwasser ist gerade noch warm genug.

Bei mir auf dem Hof mit der Inselanlage merke ich das ja deutlich: Sommerspitzen nutzen bringt kaum Ersparnisse. Im Winter oder in den Übergangszeiten könnte das anders aussehen.

Für Mieterstrom-Anlagen würde ich sagen: Erst die Basis stabilisieren, dann Optimierungen. Die komplexe Messtechnik und Vertragsgestaltung lohnt sich eher ab ~20+ Haushalte.


Antwort
Thomas-Kreuzer
Beiträge: 3
(@thomas-kreuzer)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Gute Frage, aber aus meiner Sicht ein klassisches Überengineering-Szenario.

Regulatorisch: Mieterstrom fällt unter EEG, dynamische Tarife sind separate Verträge mit dem Stadtwerk/Dienstleister. Das erfordert zwei unterschiedliche Abrechnungsschnittstellen und im Worst Case zwei unterschiedliche Smart-Meter-Typen pro Wohneinheit.

Administrativ wird das teuer. Du brauchst separate Verträge, separate Abrechnungen, separate Kundenbetreuung. Die Einsparungen durch Lastverschiebung in einem MFH mit Mieterstrom sind marginal – viele Mieter können ihre Last gar nicht flexibel anpassen.

Mein Fazit: Auf Papier klingt es nach Optimierung. In der Praxis entsteht aber mehr Komplexität als Nutzen, vor allem bei kleineren Anlagen.


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