Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiver mit Mieterstrom-Projekten und stoße immer wieder auf ein Problem, das in den üblichen Diskussionen untergeht: die reine technische Koordination und Integration.
Wenn ich bei einem Mehrfamilienhaus eine PV-Anlage plus Mieterstrom-System aufbaue, muss ich ja nicht nur die Module und einen Standard-Wechselrichter dimensionieren. Ich brauche auch:
- Einen separaten Zähler pro Mieter oder ein intelligentes Metering-System
- Spezielle Wechselrichter, die mit dieser Infrastruktur kommunizieren
- Smart-Home-taugliche Schnittstellen für dynamische Tarife (falls geplant)
- Abstimmung zwischen Haupt- und Nebenzähler, zwischen Speicher (falls vorhanden) und Verbrauchern
In der Praxis erlebe ich: Viele Installateure kennen zwar PV, aber nicht die speziellen Anforderungen an Mieterstrom-Wechselrichter und deren Kommunikationsprotokolle. Und die Elektrotechniker vor Ort haben oft keine Erfahrung mit der Smart-Meter-Integration.
Wer ist bei euch für diese Koordination zuständig gewesen? Habt ihr selbst recherchieren müssen, oder hatte euer Energieversorger / die Hausverwaltung einen klaren Ansprechpartner?
Freue mich über eure Erfahrungen!
Da sprichst du einen wunden Punkt an, D.Schneider. Bei meinem Projekt war das Chaos perfekt: Der Installer hat die PV-Module geplant, der Elektriker wollte aber nichts vom Mieterstrom-Zähler wissen, und die Hausverwaltung war überfordert. Am Ende bin ich selbst ins tiefe Wasser gesprungen und habe mich mit den technischen Anforderungen auseinandergesetzt – parallel zum Vollzeitjob, was nicht ideal ist.
Mein Rat: Sucht euch früh einen Koordinator, der Mieterstrom wirklich versteht. Das kann ein spezialisierter Installer sein oder sogar jemand vom Energieversorger. Die Standard-PV-Installateure sind da oft nicht die richtige Anlaufstelle. Kostet anfangs mehr, spart aber massive Probleme später.
Gute Beobachtung. Bei meiner 12-kWp-Anlage hatte ich zwar keinen Mieterstrom, aber beim Speicher-Wechselrichter bin ich ähnlich auf dieses Koordinationsproblem gestoßen – siehe auch mein früherer Thread zum Firmware-Update. Die Geräte reden untereinander oft nicht richtig, weil niemand die Kommunikationsprotokolle richtig abgestimmt hat.
Bei Mieterstrom kommt hinzu: Du brauchst eine zuverlässige Schnittstelle zur Abrechnung, sonst hast du monatlich Streit mit den Mietern. Mein Tipp wäre, schon in der Planungsphase einen Test-Lauf mit einem kleineren Gebäude zu fahren. Viel Learning-by-Doing nötig.