Hi zusammen,
habe seit zwei Wochen meine erste Mini-PV am laufen (600W auf dem Balkon) und bin eigentlich ganz zufrieden. Jetzt ist mir aber aufgefallen, dass bei schönem Wetter mittags mein alter Stromzähler manchmal rückwärts läuft. Das passiert, wenn ich gerade wenig Verbrauch habe und die Sonne richtig knallt.
Ist das eigentlich erlaubt? Ich hab mal gehört, dass man damit Probleme mit dem Netzbetreiber bekommen kann. Andererseits denke ich mir: wenn ich weniger aus dem Netz ziehe als ich einspeise, ist das doch normal?
Mein Nachbar meinte, ich müsste das dem Netzbetreiber melden und einen neuen Zähler beantragen. Stimmt das? Bin etwas verunsichert, weil ich nichts falsch machen will. Die Anlage ist ordnungsgemäß angemeldet.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Besonders jetzt im Sommer passiert es ja öfter, dass man tagsüber wenig verbraucht.
Danke schon mal!
Also ich hab das gleiche Problem gehabt vor ein paar Jahren. Wie TechMike schreibt, musst du das ändern lassen. Ich hab damals einfach beim Netzbetreiber angerufen und die haben den Zähler getauscht. Hat etwa 2 Wochen gedauert.
Ein Tipp: Lass dir vom Netzbetreiber schriftlich bestätigen, dass sie über deine Anlage informiert sind. Manche sind da etwas pingelig, wenn plötzlich Strom "verschwindet". Bei mir lief der alte Zähler über Monate rückwärts, bis ich's gemerkt hab. Zum Glück gab's keine Probleme.
Jetzt im Sommer ist das besonders ärgerlich, weil die Anlagen ja richtig gut laufen.
Das ist tatsächlich ein bekanntes Problem bei alten Ferrariszählern. Die sind mechanisch und können nicht zwischen Bezug und Einspeisung unterscheiden. Wenn deine Mini-PV mehr produziert als du verbrauchst, läuft der Zähler rückwärts - das ist technisch erstmal normal.
Rechtlich ist es aber problematisch. Du "verschenkst" quasi Strom an den Netzbetreiber, ohne dafür eine Vergütung zu bekommen. Gleichzeitig verfälschst du deinen Stromverbrauch, was vertraglich nicht okay ist.
Du solltest wirklich beim Netzbetreiber einen modernen Zähler (Zweirichtungszähler) beantragen. Der kostet meist nichts extra und misst Bezug und Einspeisung getrennt. Dann bekommst du auch die korrekte EEG-Vergütung für eingespeisten Strom.