Hallo zusammen,
eine Frage beschäftigt mich seit ich mein Balkonkraftwerk betreibe: Wenn der Netzbetreiber über den digitalen Stromzähler meine Einspeisungsdaten und meinen Verbrauch einsehen kann – wer hat da eigentlich Zugriff und was passiert damit?
Ich bin da als ehemaliger Elektrotechniker vielleicht etwas kritischer als der Durchschnitt, aber es geht mir nicht um Verschwörungstheorien. Mich interessiert die technische Realität: Sind die Daten wirklich verschlüsselt? Kann der Netzbetreiber Rückschlüsse auf mein Verbrauchsmuster ziehen – wann bin ich zuhause, was für Geräte nutze ich? Gibt es da gesetzliche Regelungen, die meine 600W-Anlage und deren Erzeugung betreffen?
Und noch was: Falls ich später mal einen Stromspeicher einbaue, ändert sich da etwas an der Datensicherheit oder den Zugriffsrechten?
Wäre dankbar für sachliche Infos, nicht nur Beruhigungsgeflüster vom Netzbetreiber.
Viele Grüße,
Werner
Werner, gute Frage – das beschäftigt mich bei meiner 12-kWp-Anlage auch. Die Daten werden tatsächlich verschlüsselt übertragen, aber entscheidend ist: Der Netzbetreiber bekommt aggregierte Viertelstunden-Werte, kann also schon sehen, wann du viel einspeist und wann du verbrauchst. Bei mir hat das Auswirkungen auf die Eigenverbrauchsoptimierung – je mehr der Netzbetreiber über dein Profil weiß, desto gezielter könnte auch die Abrechnung erfolgen. Rechtlich sind die Regeln in der Stromspeicher-Verordnung festgehalten, Speicher werden separat erfasst. Für deine 600W-Anlage gilt: Wenn sie unter 25 kWp liegt, hast du einen vereinfachten Zugang. Die echte Sicherheit hängt von der Implementierung ab – das SMGw-Gateway wird vom BSI zertifiziert, aber es gibt immer wieder Diskussionen über Patches und Updates. Ich empfehle, regelmäßig zu kontrollieren, welche Datenabfragen stattfinden.