Hallo zusammen,
ich plane gerade meine erste PV-Anlage und beschäftige mich viel mit den Grundlagen – Solarmodule, Wechselrichter, wie alles zusammenpasst. Bei meiner Recherche bin ich immer wieder auf teure Smart-Home-Lösungen gestoßen, aber jetzt hab ich mich gefragt: Manche modernen Wechselrichter haben doch bereits APIs oder Schnittstellen, über die man Daten auslesen kann, oder?
Kann man nicht einfach über die Wechselrichter-API den Überschuss erkennen und dann zum Beispiel eine Wallbox oder Heizstab damit steuern – ohne dass man extra ein Smart Meter Gateway kaufen muss? Oder funktioniert das technisch nicht, weil der Wechselrichter die Netzeinspeisung nicht genau genug kennt?
Ich frag vor allem deshalb, weil der Herbst ja bald vorbei ist und ich das Projekt gerne noch dieses Jahr umsetzen würde. Macht es Sinn, schon jetzt auf eine API-Lösung zu setzen, oder sollte ich lieber auf die neuen Smart Meter Standards 2026 warten?
Danke für eure Erfahrungen!
Gute Frage, aber da muss ich ehrlich sagen: die Realität ist komplizierter als die Theorie. Ja, viele Wechselrichter haben APIs, aber die zeigen dir nur die Werte am Wechselrichter selbst – nicht, was gerade ins Netz fließt oder vom Netz kommt. Bei einem Mehrfamilienhaus oder sogar Einfamilienhaus mit mehreren Verbrauchern ist das entscheidend. Du brauchst den echten Netzmesspunkt, sonst steuerst du im Blindflug.
Ich hatte ähnliche Überlegungen bei meinem MFH-Projekt (siehe auch mein Thread zu Smart Homes im MFH), und am Ende kommt man um ein paar Messpunkte nicht herum. Die API ist eher eine Ergänzung, nicht der Ersatz. Zu 2026: warten könnte sinnvoll sein, aber auch nicht, wenn du jetzt schon zahlen kannst.
Guter Gedanke, Tobias, aber leider nicht so einfach umzusetzen wie's klingt. Die meisten Wechselrichter-APIs zeigen zwar Ertrag und aktuelle Leistung, aber nicht automatisch, wie viel gerade ins Netz fließt – das ist ein Unterschied. Dazu brauchst du mindestens einen separaten Energiezähler am Netzanschlusspunkt. Ohne den weißt du nicht, ob du gerade 500W Überschuss hast oder gerade selber von außen zuziehst.
Es gibt allerdings Low-Cost-Lösungen: smarte Energiemessgeräte (keine offiziellen Smart Meter, sondern private Messgeräte) kosten 50–150 Euro und senden die Daten via MQTT oder HTTP. Damit + Open-Source-HEMS (wie openWB) kannst du dann über die Wechselrichter-API lenken. Das erspart dir die 2000+ Euro für ein echtes Smart Meter System jetzt schon. Herbst ist noch Zeit genug, wenn du schnell anfängst.