Hallo zusammen,
ich hab seit Januar eine 9,8 kWp Anlage am laufen und bin etwas unsicher bei der Bewertung meiner Monitoring-Daten. Das System zeigt täglich verschiedene Werte an aber ich kann nicht einschätzen was normal ist und was nicht.
Zum Beispiel: gestern hat die Anlage 42 kWh produziert, vorgestern nur 28 kWh obwohl es beide Tage sonnig war. Die DC-Spannung schwankt zwischen 380V und 420V je nach String. Manchmal zeigt es auch kurzzeitig Leistungsspitzen von über 10kW an, obwohl die Module ja nur 9,8kW haben.
Bin noch ziemlich neu in der PV-Welt und frag mich: welche Werte sollte ich regelmäßig kontrollieren? Wo sind die kritischen Grenzen? Meine größte Sorge ist dass ich ein Problem übersehe weil ich die Warnsignale nicht erkenne.
Der Installateur hat mir zwar kurz das System erklärt aber ehrlich gesagt war das ziemlich oberflächlich. Gibt es eine Art "Checkliste" für wichtige Monitoring-Parameter? Würde mich über eure Erfahrungen freuen!
Viele Grüße
Lisa
Hallo Lisa,
Markus hat schon die wichtigsten Punkte genannt. Ich würde zusätzlich empfehlen, dass du dir für die ersten Wochen eine Art "Lernphase" gönnst und einfach täglich die Werte notierst zusammen mit dem Wetter.
So bekommst du schnell ein Gefühl dafür, was normal ist. Bei meiner ersten Anlage hatte ich ähnliche Unsicherheiten und hab mir Excel-Tabellen angelegt mit Ertrag pro Tag und Wetterbedingungen.
Ein guter Richtwert: an richtig sonnigen Maitagen solltest du etwa 50-60 kWh schaffen können mit deiner Anlagengröße. Wenn du dauerhaft deutlich drunter bleibst ohne erkennbaren Grund, dann solltest du nachfragen.
Was das Monitoring angeht - schau mal ob dein System Alarme einrichten kann. Die meisten modernen Wechselrichter senden automatisch Warnungen bei kritischen Problemen.
Hi Lisa,
kann deine Verwirrung gut verstehen! Die Schwankungen die du beschreibst sind erstmal normal. 42 vs 28 kWh kann durchaus an Bewölkung liegen - auch wenn's "sonnig" aussah, machen schon dünne Schleierwolken viel aus.
Die DC-Spannung zwischen 380-420V ist völlig OK, das schwankt mit Temperatur und Einstrahlung. Und die Leistungsspitzen über der Nennleistung sind sogar erwünscht - bei optimalen Bedingungen (kühl + viel Sonne) schaffen Module mehr als ihre Nennleistung.
Wichtige Parameter zum Beobachten:
- Tagesertrag im Verhältnis zur Einstrahlung
- String-Erträge sollten ähnlich sein (außer bei Verschattung)
- Wechselrichter-Fehlermeldungen
- DC-Isolation sollte über 1 MOhm bleiben
Falls du ein vernünftiges Monitoring-System hast, sind Trends wichtiger als Einzelwerte. Plötzliche Ertragseinbrüche ohne Wettererklärung wären ein Warnsignal.
Mach dir nicht zu viele Sorgen - die meisten Probleme melden sich deutlich!
Hey Lisa!
Kann die anderen nur bestätigen - du machst dir zu viele Gedanken 😊 Hatte am Anfang auch ständig Panik wenn irgendwas anders aussah als erwartet.
Ein Tipp: viele Monitoring-Apps haben so'ne Jahresvergleichsfunktion. Da siehst du dann ob deine Anlage im Rahmen liegt verglichen mit anderen in der Region. Ist ziemlich beruhigend!
Die wichtigste Faustregel die mir geholfen hat: solange die Gesamtertrag-Kurve nach oben zeigt und keine Fehlermeldungen kommen, läuft alles. Einzelne Tage können immer mal abweichen - das ist völlig normal.