Hallo zusammen,
meine 6,8 kWp Anlage läuft seit August letzten Jahres und ich hab jetzt den ersten Winter hinter mir. Grundsätzlich bin ich zufrieden, aber mir sind ein paar Sachen aufgefallen wo ich unsicher bin.
Zum einen hab ich gemerkt dass bei diffusem Licht (bewölkt aber hell) die Erträge viel schlechter sind als erwartet. Im Simulator hatte ich da höhere Werte. Ist das normal oder stimmt was mit der Anlage nicht?
Dann ist mir aufgefallen dass der Wechselrichter manchmal morgens erst sehr spät anspringt, obwohl schon Licht da ist. Manchmal erst um 9 oder 10 Uhr, obwohl die Sonne schon länger scheint.
Und noch was: Die Module auf der Ostseite bringen deutlich weniger als die auf der Westseite, obwohl beide theoretisch gleich viel bekommen sollten laut Planung. Unterschied ist etwa 15-20%.
Jetzt wo der Frühling da ist und ich wieder mehr Zeit hab für solche Sachen - worauf sollte ich achten? Welche typischen Probleme zeigen sich erst nach dem ersten Betriebsjahr? Soll ich mal einen Profi drüberschauen lassen oder sind das alles normale Effekte?
Danke schon mal für eure Tipps!
Nico
Hey Nico,
das mit dem späten Anlaufen kenn ich auch von meiner Anlage. Ist wirklich normal, vor allem im Winter wenn die Sonne flach steht.
Aber die 15-20% Unterschied zwischen Ost und West sind schon auffällig. Könnte auch sein dass ein String nicht richtig funktioniert? Check mal ob alle MC4-Stecker fest sitzen, hatte letztes Jahr einen lockeren Stecker der ähnliche Symptome verursacht hat.
Im Frühjahr seh ich das als gute Gelegenheit die Anlage mal komplett durchzuchecken. Module reinigen schadet auch nicht - du wirst überrascht sein wieviel Dreck sich über den Winter ansammelt.
Hi Nico,
die Phänomene die du beschreibst kenne ich gut aus der Praxis. Bei diffusem Licht ist der Leistungsabfall völlig normal - die Simulationen rechnen da oft zu optimistisch. Gerade im Winter bei bedecktem Himmel kommst du nur auf 10-15% der Nennleistung.
Das späte Anspringen des Wechselrichters ist auch typisch. Der braucht eine Mindestspannung um zu starten, meist um die 150-200V je nach Modell. Bei schwachem Licht erreichen die Module das erst später.
Bei der Ost-West-Diskrepanz würde ich aber mal genauer hinschauen. Wie ich schon mal geschrieben hab, können Verschattungen oder unterschiedliche Neigungswinkel da eine Rolle spielen. Auch Verschmutzung auf einer Seite ist möglich. Schau mal ob du unterschiedliche String-Spannungen im Monitoring siehst.
Moin Nico,
würde erstmal entspannt bleiben. Nach einem Winter zeigen sich oft solche "Auffälligkeiten" die aber meist normal sind.
Zu deinem Ost-West Problem: Miss mal die String-Ströme separat wenn möglich. Oft liegt's an minimalen Unterschieden in der Ausrichtung oder Neigung die bei der Planung übersehen wurden. 2-3 Grad können da schon merklich was ausmachen.
Für die Frühjahrs-Inspektion würd ich empfehlen: Sichtprüfung der Module auf Verschmutzung oder Beschädigungen, Wechselrichter-Logs checken auf Fehlermeldungen, und mal die DC-Leistung mit der AC-Leistung vergleichen bei Vollsonne. Verluste über 5% sind ein Indikator.
Einen Profi brauchst du erstmal nicht, außer du findest konkrete Anomalien in den Daten.