Hallo zusammen,
bin seit längerem am überlegen, ob sich ein Balkonkraftwerk mit kleinem Stromspeicher lohnt. Hab einen großen Südbalkon und könnte da 2 Module à 400W montieren. Der lokale Anbieter hat mir jetzt einen "Komplettpaket" angeboten: 800W Module plus 1,2 kWh Speicher für insgesamt 2.100€.
Mein Stromverbrauch liegt bei ca. 3.500 kWh/Jahr, bin tagsüber meist nicht zuhause (Vollzeit im Büro). Der Gedanke wäre, dass der Speicher tagsüber geladen wird und abends/nachts den Kühlschrank und Standby-Verbrauch abdeckt.
Der Verkäufer rechnet mit 15-20% Eigenverbrauchsanteil ohne Speicher, mit Speicher sollen es 60-70% werden. Bei aktuell 32 Cent/kWh würde sich das in ca. 8-9 Jahren amortisieren, sagt er.
Ist das realistisch oder schöngerechnet? Gerade bei der kleinen Speichergröße bin ich skeptisch. Und wie sieht's mit der Lebensdauer aus - hält so ein Mini-Speicher überhaupt 10+ Jahre?
Würde mich über eure Erfahrungen freuen, besonders von anderen Balkonkraftwerk-Besitzern!
Gruß
Rainer
Hey,
bin da etwas anderer Meinung als die Vorredner. Hab seit 2 Jahren ein 800W BKW mit 2 kWh Speicher und bin eigentlich zufrieden.
Klar, die Amortisation dauert länger als versprochen, aber dafür hab ich deutlich weniger Ärger mit dem Netzbetreiber und dem ganzen Papierkram als bei ner großen Anlage. Plus: Der psychologische Effekt ist nicht zu unterschätzen - macht schon Spaß zu sehen wie der Stromzähler langsamer läuft.
Bei deinem Budget von 2.100€ würd ich aber ehrlich gesagt zu nem etwas größeren Speicher raten. 1,2 kWh ist schon sehr knapp. Schau mal nach 2-3 kWh Systemen, die gibt's mittlerweile auch für Balkonkraftwerke.
Moin Rainer,
die 60-70% Eigenverbrauch mit dem winzigen 1,2 kWh Speicher sind definitiv zu optimistisch gerechnet. Hab selbst ein 600W BKW am Laufen und kenne die Realität. Bei deinem Verbrauchsprofil (tagsüber weg) wirst du mit dem Speicher vielleicht 40-45% erreichen, mehr nicht.
Das Problem: 1,2 kWh reichen gerade mal für ein paar Stunden Grundlast. Kühlschrank, Router, Standby - das sind vielleicht 150-200W. Heißt der Speicher ist nach 6-8 Stunden leer. Für eine ganze Nacht zu wenig.
Bei realistischen 40% Eigenverbrauch rechnest du eher mit 11-12 Jahren Amortisation. Und da ist noch nicht berücksichtigt, dass der Speicher nach 8-10 Jahren deutlich weniger Kapazität hat.
Mein Tipp: Nimm erstmal nur die Module ohne Speicher. Kostet die Hälfte, amortisiert sich in 6-7 Jahren. Den Speicher kannst du später immer noch nachrüsten, wenn die Preise weiter fallen.
Kann Helmut nur zustimmen. Hab letztes Jahr ähnliche Berechnungen angestellt und bin zum gleichen Schluss gekommen.
Zusätzlich noch ein Punkt: Die Speicher-Effizienz. Ein kleiner Speicher hat prozentual höhere Wandlungsverluste als ein großer. Bei 1,2 kWh musst du mit 10-15% Verlusten rechnen. Das verschlechtert die Wirtschaftlichkeit zusätzlich.
Außerdem: Bei der aktuellen Sommerhitze (haben ja gerade über 30°C) arbeiten die kleinen Speicher oft nicht optimal. Hatte das Thema schon mal diskutiert - Hitze reduziert die Effizienz und Lebensdauer erheblich.
Für 2.100€ bekommst du übrigens auch schon eine richtige kleine Hausdach-Anlage mit 2-3 kWp. Falls das bei dir möglich wäre, wäre das die bessere Investition.