Moin zusammen,
als alter Elektriker beschäftige ich mich gerade mit der Frage, wie ich meine 12 kW Anlage am besten überwachen und warten lasse. Die läuft seit 2019 eigentlich ganz ordentlich, aber jetzt wo der Sommer richtig losgeht und die Erträge wieder steigen, merke ich dass ich nicht mehr so agil bin wie früher.
Mein bisheriger Dienstleister bietet neuerdings auch Fernwartung an - über Apps und Online-Monitoring. Das klingt erstmal praktisch, aber ich bin da noch etwas skeptisch. Kann man wirklich alle wichtigen Probleme aus der Ferne erkennen? Verschmutzungen, lockere Kabel, kleine Beschädigungen an den Modulen sieht man doch nur vor Ort, oder?
Andererseits ist der klassische Vor-Ort-Service deutlich teurer geworden. Mein Nachbar zahlt 300€ pro Jahr für zwei Inspektionen, während die Fernwartung mit 120€ beworben wird.
Wie sind eure Erfahrungen? Gerade bei größeren Anlagen ab 10 kW aufwärts - reicht die Fernüberwachung wirklich aus? Oder sollte man trotzdem mindestens einmal im Jahr jemanden vor Ort haben? Würde mich über eure Meinungen freuen, bevor ich eine Entscheidung treffe.
Gruß
Manfred
Hi Manfred,
aus meiner 8-jährigen Erfahrung mit einer ähnlich großen Anlage kann ich dir sagen: Eine reine Fernwartung reicht nicht aus. Die Kosteneinsparung ist verlockend, aber aus wirtschaftlicher Sicht machst du da einen Fehler.
Meine Anlage hatte letztes Jahr einen Leistungsabfall von 8%, den das Monitoring nicht erkannt hat - war eine Verschattung durch Vogelkot und ein lockeres MC4-Steckverbindung. Das hätte mich über die Jahre deutlich mehr gekostet als die 300€ Servicegebühr.
Ich fahre mittlerweile eine Kombination: Fernmonitoring für die laufende Überwachung (erkenne ich sofort wenn ein String ausfällt) plus einmal jährlich Vor-Ort-Inspektion. So erkenne ich sowohl technische als auch physische Probleme frühzeitig.
Bei deiner Anlagengröße amortisiert sich die jährliche Inspektion schon, wenn sie nur ein größeres Problem verhindert. Ein defekter Wechselrichter nach der Garantiezeit kostet schnell 1500€+.
Mein Tipp: Nimm die Fernüberwachung dazu, aber verzichte nicht auf den jährlichen Vor-Ort-Check.
Gruß
Andreas