Hallo zusammen,
ichmal eine Frage die mich schon eine Weile beschäftigt. Meine Anlage ist jetzt seit gut drei Jahren in Betrieb, 9,6 kWp auf dem Süddach, und ich merke dass die Erträge im Vergleich zu den ersten beiden Jahren spürbar nachgelassen haben. Laut Monitoring liegt der Rückgang bei so 6-8% gegenüber dem zweiten Jahr, das war das beste bisher.
Nun bin ich am überlegen ob ich einen Reinigungsdienstleister beauftrage. Selbst raufklettern möchte ich nicht, das Dach hat knapp 40 Grad Neigung und ich bin auch nicht mehr der Jüngste. Ein Nachbar hat mir erzählt er hat so jemanden kommen lassen, war zufrieden, aber ich weiß nicht ob das wirklich was gebracht hat ertragsmäßig oder ob er das nur gefühlt so empfindet.
Meine konkreten Fragen: Hat jemand hier Erfahrungen mit solchen Dienstleistern, also wirklich Firmen die sich auf PV-Reinigung spezialisiert haben? Was haben die gekostet und hat man danach messbar mehr Ertrag gehabt? Und macht das im Sommer generell mehr Sinn als im Frühjahr, ich meine jetzt wo der Staub und Pollen-Belag schon seit Wochen drauf liegt?
Würde mich über konkrete Erfahrungsberichte sehr freuen, also nicht nur Theorie sondern was ihr wirklich erlebt habt. Danke schon mal im Voraus!
Ich hab das letztes Jahr erstmals machen lassen und kann zumindest grob berichten. War ne Firma aus der Region, die haben sich tatsächlich auf PV spezialisiert, die hatten osmosegereinigtes Wasser und die ganzen Teleskopbürsten dabei – also kein Hochdruckreiniger, was man ja nicht verwenden soll wegen der Rahmen und Silikondichtungen.
Preis bei mir war knapp 180€ für 10 Module, was ich ehrlich gesagt schon ordentlich fand. Der messbare Effekt: Ich hab die Werte im Monitoring vorher/nachher verglichen, so eine Woche mit ähnlichem Wetter. Es waren etwa 4-5% mehr Ertrag danach, wobei das natürlich kein Labor-Test ist.
Mit Dimensionierung und Auslegung kenn ich mich ganz gut aus (hab da auch schon im String-Längen-Thread geschrieben), aber bei der Reinigung bin ich Laie. Sommer macht durchaus Sinn weil jetzt der Pollenbelag plus Saharastaub aus dem Frühjahr komplett drauf ist. Würd ich so einmal jährlich machen lassen.
Ich seh das ehrlich gesagt etwas skeptischer als S.Hoffmann30. Bei Neigungswinkeln ab 30 Grad reinigen sich die Module durch Regen eigentlich recht gut selbst – das ist zumindest die gängige Lehrmeinung. Und 6-8% Ertragsverlust nach 3 Jahren könnte auch ganz andere Ursachen haben: leichte Degradation, eine Verschattung die man nicht auf dem Schirm hat, oder ein technisches Problem.
Ich hatte mal ähnliche Symptome und hab vorhin nochmal in meinem alten Post nachgeschaut – ich hatte das Thema Sommer-Check der PV-Komponenten angesprochen. Bevor du Geld für Reinigung ausgibst, würd ich erst mal prüfen ob alle Strings sauber performen oder ob einer auffällig schwächelt. Das kostet nichts und gibt Aufschluss.
Reinigung schadet natürlich nicht, aber ich würd sie nicht als ersten Schritt sehen bei so einem Rückgang.
Guten Morgen,
icas hab ich bei meiner Anlage auch schon durchgemacht. Bin Jahrgang 1952 und klettere da oben schon lange nicht mehr selbst rum, das ist keine Frage des Wollens sondern des Verstandes.
Ich habe vor zwei Jahren einen Dienstleister beauftragt, der wurde mir vom örtlichen Dachdecker empfohlen. Der hat auch gleichzeitig die Unterkonstruktion und die Modulrahmen visuell gecheckt, was ich sehr schätze, weil man da als Hausbesitzer ja kaum drankommt. Kosten waren bei mir 210 Euro für 12 Module inkl. Anfahrt.
Was den Ertragszuwachs angeht: Mein Monitoring (ich schreibe da alles per Hand in eine Tabelle seit der Installation) zeigte im Monat nach der Reinigung rund 5% mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres, wobei der Sommer 2024 auch generell sonnenreicher war. Es lässt sich also nicht ganz sauber trennen.
Für Menschen die selbst nicht aufs Dach können ist ein solcher Dienstleister jedenfalls empfehlenswert, allein schon für die Sichtprüfung. Ich lasse das seither jedes Frühjahr machen, nach dem Pollensaison-Höhepunkt.
Ich kann dazu noch nicht viel beitragen, meine Anlage ist ja noch nicht so alt. Aber interessantes Thema! Ich hätte gar nicht gedacht dass Verschmutzung wirklich so viel ausmacht.