Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiver mit den technischen Spezifikationen verschiedener Wechselrichter und stelle fest, dass die beworbenen Wirkungsgrade in den Datenblättern oft nicht mit den realen Erfahrungswerten übereinstimmen.
Konkret: Habe drei verschiedene 10kW-Wechselrichter verglichen (SMA, Fronius, Huawei) und alle werben mit >98% Wirkungsgrad. Wenn ich aber in den Foren lese und die echten Monitoring-Daten anschaue, liegen viele Anlagen deutlich darunter. Bei meinem Nachbarn mit SMA sind es real etwa 94-95% über das Jahr.
Was steckt dahinter? Sind die Laborbedingungen für die Datenblätter einfach zu optimistisch? Oder gibt es bestimmte Betriebsbedingungen, unter denen diese Werte tatsächlich erreicht werden?
Besonders interessiert mich: Welche Parameter aus den Datenblättern sollte man wirklich ernst nehmen und welche sind eher Marketing? Bei Energiemanagement-Systemen sehe ich ähnliche Diskrepanzen zwischen beworbener und tatsächlicher Leistung.
Hat jemand konkrete Erfahrungen mit verschiedenen Herstellern und kann realistische Einschätzungen geben?
Das ist ein sehr wichtiger Punkt, den du ansprichst! Aus meiner Erfahrung nach jahrelanger Beschäftigung mit verschiedenen Systemen kann ich bestätigen: Die Laborbedingungen haben wenig mit der Realität zu tun.
Der entscheidende Punkt ist der europäische Wirkungsgrad vs. den Peak-Wert im Datenblatt. Die Hersteller geben meist den maximalen Wirkungsgrad bei optimaler Teillast an - das sind oft nur wenige Stunden im Jahr bei perfekten Bedingungen.
Dein Nachbar mit 94-95% liegt völlig im Rahmen! Ich habe bei meinen Vergleichstests festgestellt, dass String-Wechselrichter bei unterschiedlicher Modulbestrahlung (Verschattung, verschiedene Ausrichtungen) noch schlechter abschneiden. Da helfen Leistungsoptimierer deutlich, kosten aber wieder Wirkungsgrad.
Realistisch sind bei String-WR: SMA 94-96%, Fronius ähnlich, Huawei etwas darunter. Temperatur spielt auch eine große Rolle - im Sommer verlieren alle an Effizienz.
Mein Tipp: Schau auf den CEC-Wirkungsgrad in den Datenblättern, der ist realistischer. Und nimm die MPP-Tracker-Anzahl ernst - mehr Tracker = bessere Performance bei inhomogenen Bedingungen.