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Nachbar droht mit Anwalt wegen Verschattung seiner geplanten PV-Anlage

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Marco91
Beiträge: 2
Themenstarter
(@marco91)
New Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#5]

Hallo zusammen,

sitze gerade in einem ziemlichen Dilemma und hoffe auf euren Rat. Wir haben seit März eine Mieterstromanlage auf unserem Mehrfamilienhaus (8 Parteien) installiert. Läuft super, alle Mieter sind zufrieden und sparen ordentlich Stromkosten.

Jetzt hat mein Nachbar (Einfamilienhaus) Wind davon bekommen und will selbst eine PV-Anlage aufs Dach. Problem: Unser Haus steht südwestlich von ihm und wirft ab etwa 16 Uhr im Sommer Schatten auf sein Dach. Er behauptet, dadurch wären 30% weniger Ertrag für ihn drin und droht jetzt mit Anwalt.

Seine Argumentation: Er hätte das "Recht auf Sonne" und wir müssten unsere Anlage zurückbauen oder zumindest die Module auf der Westseite entfernen. Wir waren aber eindeutig zuerst da mit der Installation!

Bin total verunsichert - hat er überhaupt rechtlich eine Chance? Gerade bei Mieterstrom ist das ja auch eine soziale Komponente, unsere Mieter profitieren alle davon. Kann er uns wirklich zwingen, die Anlage zu verkleinern?

Wer kennt sich mit sowas aus? Brauchen wir auch einen Anwalt?


3 Antworten
S.Hartmann
Beiträge: 8
(@s-hartmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Interessante Konstellation! Aus energietechnischer Sicht ist 30% Ertragsverlust durch Nachmittagsverschattung durchaus realistisch, wenn die Westseite seines Dachs betroffen ist.

Rechtlich sehe ich das aber entspannt. Wie die anderen schon sagten: Bestandsgebäude mit normaler Dachmontage sind meist unproblematisch. Wichtiger Punkt: Dokumentiert mal die aktuelle Verschattungssituation mit Fotos zu verschiedenen Tageszeiten. Falls es doch zum Rechtsstreit kommt, braucht ihr Belege.

Mein Tipp: Bietet ihm doch ein Gespräch an. Vielleicht lässt sich eine friedliche Lösung finden - zum Beispiel könnte er seine Anlage entsprechend der Verschattung planen. Muss ja nicht gleich der Anwalt sein.


Antwort
SolarMontage47
Beiträge: 4
(@solarmontage47)
New Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Also bei aller Entspannung - ganz so einfach ist das nicht. Hab schon mehrere Fälle erlebt wo Nachbarn erfolgreich geklagt haben, allerdings ging es da meist um nachträglich errichtete Anbauten oder Bäume.

Bei PV-Modulen auf bestehenden Dächern ist die Rechtslage aber ziemlich klar: Wenn das Gebäude schon da war, gibt's normalerweise keinen Anspruch. Trotzdem würde ich empfehlen, dass ihr euch die Bauzeichnungen und Genehmigungen bereitlegt. Falls die Module wirklich über die ursprüngliche Dachlinie hinausragen, könnte es knifflig werden.

Mieterstrom macht die Sache übrigens nicht rechtlich stärker - ist zwar schön für die Mieter, aber vor Gericht zählt das nicht als Argument.


Antwort
Markus R.
Beiträge: 4
(@markus91)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Puh, kenn ich! Hatte vor zwei Jahren ähnlichen Stress mit unserem Nachbarn. Kurze Antwort: Entspann dich erstmal. Es gibt kein "Recht auf Sonne" im deutschen Nachbarschaftsrecht. Solange dein Haus schon vorher da stand und die Verschattung durch die normale Gebäudehöhe entsteht, kann er rechtlich nichts machen.

Anders wäre es nur, wenn ihr extra hohe Aufbauten gemacht hättet oder die Module deutlich über die Dachlinie ragen würden. Bei normaler Dachmontage sehe ich da keine Probleme. Wie ich schon mal geschrieben hatte, sind solche Nachbarschaftsstreitigkeiten leider häufig.


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