Hallo zusammen!
Ich bin noch ziemlich neu in der ganzen PV-Welt und hab mich die letzten Wochen durch unzählige Foren und Ratgeber gelesen. Dabei ist mir aufgefallen, dass es scheinbar typische Anfängerfehler gibt, die man machen kann.
Da ich gerade dabei bin, meine erste Anlage zu planen (denke an ca. 8-10 kWp für ein Einfamilienhaus), würde ich gerne von euch erfahren, welche Fehler ihr am häufigsten bei Neulingen seht? Oder auch, welche ihr selbst am Anfang gemacht habt?
Ich möchte einfach vermeiden, dass ich aus Unwissen Entscheidungen treffe, die ich später bereue. Besonders bei der Dimensionierung und der Wahl des Wechselrichters bin ich mir noch sehr unsicher.
Jetzt im Mai ist ja der perfekte Zeitpunkt für die Planung, damit ich bis zum Sommer alles fertig habe. Was sind aus eurer Erfahrung die klassischen "Oops"-Momente, auf die ich achten sollte?
Vielen Dank schon mal für eure Hilfe!
Beide Vorredner haben gute Punkte gemacht. Aus meiner Sicht kommt noch dazu:
Finanzierungsfehler sind sehr häufig! Viele rechnen nur mit den Modulpreisen und vergessen Nebenkosten wie Gerüst, Elektroinstallation, Zählerwechsel, Anmeldung beim Netzbetreiber usw. Das kann schnell 20-30% mehr werden.
Außerdem: Steuerliche Aspekte werden oft übersehen. Seit 2023 ist PV zwar von der Mehrwertsteuer befreit, aber es gibt trotzdem einiges zu beachten bei der Gewinnermittlung.
Und ein praktischer Tipp für den Mai: Jetzt ist tatsächlich gute Zeit für die Planung, aber rechne mit längeren Wartezeiten bei den Installateuren. Viele sind bis in den Herbst ausgebucht.
Mach dir am besten erstmal eine Excel-Tabelle mit allen Kosten und lass dir mehrere Angebote geben. Nicht das erste nehmen!
Hey SolarNeuling28,
gute Frage! Aus meiner Erfahrung sind die häufigsten Fehler:
1. Anlage zu klein dimensioniert - viele denken nur an den aktuellen Verbrauch, aber vergessen dass der Stromverbrauch meist steigt (Wärmepumpe, E-Auto etc.)
2. Falscher Wechselrichter - entweder zu klein oder zu groß gewählt
3. Verschattung unterschätzt - ein kleiner Schatten kann den Ertrag massiv reduzieren
4. Zu wenig auf die Dachausrichtung geachtet - nicht nur Süden ist gut!
5. Speicher gleich mit geplant obwohl erstmal ohne sinnvoller wäre
Bei mir war's damals Punkt 1 - hab 2020 nur 8 kWp installiert und bereue es bis heute. Wallbox kam später dazu und jetzt reicht's hinten und vorne nicht.
Mein Tipp: Lieber etwas größer planen als zu klein. Die Kosten pro kWp sinken ja auch bei größeren Anlagen.
Da muss ich Stefan92 teilweise widersprechen. Größer ist nicht immer besser!
Der häufigste Fehler den ich sehe: Leute überdimensionieren ihre Anlage maßlos und haben dann im Sommer riesige Überschüsse die sie für 8 Cent einspeisen müssen. Das rechnet sich oft nicht.
Wichtiger ist meiner Meinung nach:
- Realistische Verbrauchsanalyse über ein ganzes Jahr
- Eigenverbrauchsquote optimieren statt maximale Erzeugung
- Nicht dem Verkäufer blind vertrauen - die wollen meist die größtmögliche Anlage verkaufen
Und ganz wichtig: Nicht zu früh einen Speicher kaufen! Die Preise fallen noch und die Technik wird besser. Erstmal die Anlage laufen lassen und schauen wie viel man wirklich selbst verbraucht.