Hallo zusammen, ich brauche mal euren Rat. Mein Installateur sollte vor 6 Wochen die letzten 8 Module auf dem Dach verkabeln und den Wechselrichter anschließen. Bis dahin lief eigentlich alles ganz gut - Module waren montiert, nur die finale Verkabelung fehlte noch. Bis jetzt ist immer noch nichts passiert. Ich hab schon mehrmals angerufen, bekomme aber nur Ausreden zu hören: "Kollege ist krank", "Material fehlt noch", "kommen nächste Woche". Letzte Woche sollten sie definitiv kommen, aber wieder nichts. Die Anlage ist zu 80% fertig, aber ohne die Verkabelung produziert sie natürlich keinen Strom. Jeden Tag ohne Ertrag ärgert mich mehr. Der Vertrag sagt "termingerechte Fertigstellung", aber was heißt das rechtlich? Ab wann kann ich den Vertrag kündigen und mir einen anderen Installateur suchen? Oder sollte ich erst eine Frist setzen? Hat jemand schon mal sowas erlebt? Danke für eure Hilfe!
Das ist ärgerlich! Hatte auch schon mal so einen Fall.
Meiner Meinung nach solltest du sofort handeln. 3 Wochen Verzug ohne vernünftige Begründung ist definitiv zu viel, besonders bei so einem kleinen Restjob.
Schriftliche Frist von 10 Tagen setzen und dabei erwähnen, dass du bei Nichteinhaltung vom Vertrag zurücktrittst. Gleichzeitig würde ich schon mal andere Elektriker anfragen - die können die Verkabelung meist auch übernehmen, auch wenn sie die Anlage nicht montiert haben.
Vorsicht: Lass dir schriftlich bestätigen was noch gemacht werden muss, damit der neue Installateur weiß was auf ihn zukommt.
Lieber MarkusH,
nach meiner Erfahrung als Rentner und mehrmaligem Bauherren kann ich Ihnen nur raten: Geduld ist wichtig, aber nicht grenzenlos.
Vor einer Kündigung sollten Sie unbedingt eine angemessene Nachfrist setzen - ich würde 14 Tage vorschlagen. Das muss schriftlich geschehen, am besten per Einschreiben. Formulieren Sie höflich aber bestimmt.
Prüfen Sie auch Ihren Vertrag genau: Steht dort ein konkreter Fertigstellungstermin? Falls ja, ist der Installateur bereits im Verzug. Falls nein, wird es schwieriger zu argumentieren.
Ein Anruf bei der Handwerkskammer kann auch nicht schaden - die haben oft gute Tipps für solche Situationen. Und dokumentieren Sie alles: Anrufe, Termine, Ausreden. Das brauchen Sie später vielleicht noch.
Hey MarkusH,
kenne ich nur zu gut! Bei mir war's damals ähnlich, allerdings ging's um Verschattungsprobleme und der Installateur hat sich auch erstmal dünn gemacht.
Rechtlich würd ich erstmal eine schriftliche Nachfrist setzen - 1-2 Wochen sind angemessen. Per Einschreiben oder zumindest per Mail mit Lesebestätigung. Darin klipp und klar schreiben: "Wenn bis zum [Datum] nicht fertiggestellt, kündige ich den Vertrag."
Ohne Fristsetzung wird's schwierig mit der Kündigung. Die meisten Gerichte wollen sehen, dass du dem Auftragnehmer noch eine realistische Chance gegeben hast.
Falls er dann immer noch nicht liefert, kannst du kündigen und dir 'nen anderen Installateur suchen. Die Mehrkosten kann der ursprüngliche dann blechen.